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HD (Hüftgelenksdysplasie):
Was ist es wirklich?
Hüftgelenksdysplasie ist ein verhältnismäßig allgemeines Leiden bei Hunden, aber
bis vor kurzem fast ungehört in der Katzenwelt. Es ist ein Defekt des
Hüftgelenks, meistens spezifisch ein Fehlen des Kopfstücks des
Oberschenkelknochens (oberer Schenkelknochen) um genau in die Beckenpfanne,
genannt Acetabulum, zu passen. Wenn der Abstand nicht eng genug ist, reiben die
beiden Flächen übermäßig gegeneinander, verursachen Schmerzen und am Ende Osteoarthritis (akute/chronische Knochengelenksentzündung). Wenn die Muskeln
keine ausreichende Kraft haben, den Abstand zwischen dem Acetabulum und dem
Kopfstück des Oberschenkelknochens beizubehalten, wird Dysplasie auftreten.
Wann bemerke ich das Problem bei meiner Katze?
Hüftgelenksdysplasie ist nicht ab Geburt augenscheinlich, da alle Jungtiere mit
normalen Hüfgelenken geboren werden. Das Gelenk besteht aus drei einzelnen
Knochen, verbunden mit Knorpel. Wenn das Jungtier heranreift, wird der Knorpel
allmählich durch Knochen ersetzt, bis ein festes Gelenk geformt ist. Wenn das
Jungtier in der Zeit des Stillens beginnt, sich herumzubewegen und schließlich
zu spielen, wird das Gewicht die Muskeln, die versuchen den Oberschenkelknochen
eng in der Beckenpfanne zu halten, unter Spannung setzen. Wenn diese Muskeln
nicht mit der Knochenmenge gleich stark sind, wird das Gelenk beginnen, sich zu
verformen. Normalerweise wird das Gelenk im Alter von sechs Monaten
empfindungsfähig und das Humpeln wahrnehmbar. Diese Symptome brauchen nicht in
Erscheinung zu treten, bevor die Katze sechs oder sieben Jahre alt ist. Eine
Widerwilligkeit, Bewegungen auszuüben, ist normalerweise das erste Anzeichen.
Eine einigermaßen sichere Diagnose ist ab einem Alter von 24 Monaten möglich.
Welche Rassen sind am anfälligsten dafür?
Dieser Defekt ist augenscheinlich bei großen schwerknochigen Tierrassen, kann
aber bei jeder Rasse vorkommen. Es ist offensichtlicher bei sehr schwerknochigen
Rassen, weil das geringere Verhältnis von Muskeln zu Knochen dem Kopfstück des
Oberschenkelknochens erlaubt, sich aus der Hüftpfanne zu drehen, schließlich
verursacht, die Pfanne zu verformen und kleinere Splitterbrüche auftreten.
Dieses zeigt sich dann in lähmendem Schmerz und Humpeln. Bei leichteren Rassen,
mit einem höheren Verhältnis von Muskeln zur Knochenmenge, bewegt sich das
Hüftgelenk nicht so viel herum und deshalb treten diese Verletzungen und
Deformationen nicht oder viel weniger heftig auf. Das bedeutet nicht, dass der
Defekt nicht vorhanden ist, nur weil biomechanisch das geringere Gewicht weniger
Beanspruchung des Gelenks verursacht. Deshalb wird allerdings die Beckenpfanne
nicht abgenutzt und verformt. Wir können bei Katzen vermuten, dass Siamesen
potentiell weniger wahrscheinlich die Symptome von Dysplasie zeigen würden als
Perser, Maine Coon oder andere sehr schwere Katzenrassen. Dysplasie kann
vorhanden sein, wird aber nicht nach außen gezeigt, wenn die Katze leicht genug
gebaut ist, so dass das Gelenk nicht beansprucht wurde.
Genetische Faktoren:
Die genetischen und umgebungsbedingten Faktoren, die Dysplasie mit sich bringen,
sind noch nicht vollständig erörtert, besonders weil der Defekt in der
tierärztlichen Katzenliteratur so selten identifiziert wurde. Die Faktoren
enthalten das genetische Erbe der abflachenden Beckenpfanne oder eines
deformierten Oberschenkelxhalsknochens, die Physik der Verteilung des Gewichts
und der Stärke der Muskeln, welche die Bewegung der Beine kontrollieren. Es ist
kein einzelnes Gen, welches für die Hüftgelenksdysplasie verantwortlich ist.
Statt dessen gibt es allmähliche eine Anhäufung von genetischen Faktoren. Wenn
Katzen mit einigen geringfügigen Abflachungen der Beckenpfanne zusammen verpaart
worden sind, beginnen sich mehr Faktoren anzuhäufen. Die nächste Generation wird
einige Jungtiere zeigen, die vollkommen frei sind, einige mit einigen
geringfügigen Abflachungen wie die Eltern und einige mit einer größeren
Abflachung. Dieser Verlauf ist so gefährlich, dass allmählich, bis das starke
Hinken auftritt, der Züchter keine Ahnung haben wird, dass er nach und nach das
Skelett und die Muskulatur mit jeder Generation verändert hat. Wenn der Defekt
einen variablen Ausdrucksgrad von milder bis schwerer Dysplasie hat, muss die
Aufklärung des Defekts ein notwendiger Prozess sein. Katzen von verdächtigen
Linien mit milder oder ohne Dysplasie, durch einen amtlich bestätigten
Spezialisten bestimmt, sollten die einzigen Katzen sein, die für die Zucht
gebraucht werden.
Wie kann meine Katze auf HD untersucht werden?
Ein erfahrener örtlicher Tierarzt schickt Röntgenaufnahmen von allen Subjekten,
die für den Defekt anfällig sind, an die
Hüftgelenksdysplasie-Registrierungsstelle, um von einem orthopädischen
Spezialisten für Tiermedizin gelesen und beurteilt zu werden. Ein Grad von Dysplasie wird festgesetzt und eine Bescheinigung an den Eigentümer geschickt.
Dieses System ist nicht leicht zu überlisten, weil jedes Tier eine Nummer in
einem Hauptregister erhält. Der Grad der Dysplasie wird in 7 verschiedenen
Kategorien festgehalten - excellent, good, fair, borderline, mild, moderate,
severe. Eine Katze sollte nur dann zur Zucht eingesetzt werden, wenn einer der
ersten drei Grade festgestellt werden kann.
Gibt es eine Behandlung?
Es gibt keine Behandlung für diese Krankheit, welche die gesamte normale
Funktion wiederherstellen würde. Die Behandlung, die am häufigsten empfohlen
wird, ist eine chirurgische Hüfttransplantation. In dieser Operation wird der
Kopf des Oberschenkelknochens entfernt und eine nicht rostende Stahlprothese an
den Stumpf angeheftet oder angeschraubt. Dieses Verfahren versagt oft nach einem
Jahr oder mehr. Noch vor kurzem hatten einige Tierärzte Erfolg mit dem einfachen
Entfernen des Kopfstückes des Oberschenkelknochens. Auf diese Weise wird die
Schmerzquelle ausgesondert. Das ist außerdem sehr viel preiswerter und erfordert
weit weniger postoperative Pflege als eine Hüfttransplantation. Trotzdem es
schrecklich klingt, hält die existierende Muskulatur den verbleibenden Stumpf
des Oberschenkelknochens an der richtigen Stelle, was relativ schmerzfreie
Bewegung erlaubt, obwohl nicht länger mit gerader Haltung. Manchmal kann das
Entfernen unbedeutender Muskeln, Pectineus Myotomy (operative
Muskeldurchtrennung) genannt, helfen. Einige Medikamente vermindern die
Schmerzen, bei älteren Tieren, 8-10 Jahre alt, hilft oft eine Einschränkung der
Bewegung bei der Verringerung der Schmerzen.
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