VERHÜTUNG
 

Wer eine Kätzin hält, wird früher oder später entscheiden müssen, ob er bei seinem Tier das Risiko einer unerwünschten Trächtigkeit in Kauf nimmt oder Maßnahmen ergreifen möchte, die den Sexualzyklus vorübergehend oder endgültig unterbinden. Bei Kätzinnen tritt die so genannte Rolligkeit mehrmals jährlich in Abhängigkeit von der Tageslichtlänge ein. Freilebende Katzen können zwei- bis dreimal pro Jahr tragend werden. Während sich bei Hündinnen operative und medikamentöse Verhütungsmethoden die Waage halten, wird bei Kätzinnen überwiegend durch eine Operation verhütet.

 

Typische Körperhaltung einer rolligen Katze
(Lucy am 17.07.2005)


Entgegen der landläufigen Meinung, dass weibliche Tiere sterilisiert und männliche Tiere kastriert werden, liegt der Unterschied nicht im Geschlecht des Tieres, sondern in der Art des operativen Eingriffs. Bei der Sterilisation wird die Passage der Keimzellen unterbrochen, indem beim männlichen Tier der Samenstrang, beim weiblichen Tier der Eileiter durchtrennt wird. Bei der Kastration werden die keimzellproduzierenden Organe entfernt, also die Eierstöcke beim weiblichen Tier beziehungsweise die Hoden beim männlichen Tier. In der tierärztlichen Praxis wird üblicherweise kastriert, da diese Methode den Sexualzyklus endgültig und sicher unterbindet.

Bei freilaufenden Kätzinnen ist die Kastration die bestmögliche präventive Maßnahme, um einer ungewollten Flut von wilden Katzenwelpen Einhalt zu gebieten. Die Tierschutzvereine werben regelmäßig für diesen operativen Eingriff. Das Operationsrisiko ist sehr gering, die äußere Naht von ein bis zwei Zentimetern Länge heilt innerhalb weniger Tage.

Eine Alternative zur operativen Trächtigkeitsverhütung ist die medikamentöse Verhütung mittels Hormonpräparaten. Diese werden vom Tierbesitzer in Form von Tabletten regelmäßig eingegeben oder als Injektion im Abstand von fünf bis sechs Monaten vom Tierarzt verabreicht. Diese Art der Verhütung ist reversibel, das heißt, nach Absetzen der Hormonzufuhr normalisiert sich der Sexualzyklus wieder, so dass eine Trächtigkeit wieder möglich wird.

 

SCHEINTRÄCHTIGKEIT:

Scheinträchtigkeit tritt vor allem bei streng isolierten Wohnungskatzen auf, welche nur ganz kurzzeitig zu einem Deckkater gebracht werden. Ist bei solch einem oft zu kurzen Beieinandersein der Partner wohl eine Begattung, aber keine Befruchtung erfolgt, so kommt es relativ häufig zu einer Scheinträchtigkeit. Diese kann mit allen Begleiterscheinungen einer normalen Trächtigkeit zwischen 4-6 Wochen oder über die volle Tragzeit dauern. Eine erneute Rolligkeit fällt aus. Der Leibesumfang nimmt zu, Gesäuge und Milch entwickeln sich, die Hormone reagieren wie bei normaler Trächtigkeit. Es können sogar regelrechte Wehen einsetzen. Viele Katzenhalter wurden bereits auf diese Weise "genarrt". Scheinträchtige Katzen können sogar über längere Zeit Säugen und Jungenpflege vortäuschen und sich Woll-Lappen u. ä. als "Junge" ins Lager schleppen. Aus diesem Grund kann man scheinträchtige Katzen erfolgreich als Ammen für die Aufzucht anderer mutterloser Jungtiere einsetzen. Blaue Perser und Siamkatzen sollen zur Scheinträchtigkeit neigen.

Die Ursache der Scheinträchtigkeit ist also eine hormonelle Fehlleistung, die vor allem durch bestimmte Haltungsumstände und durch einen Paarungsakt ohne Befruchtungserfolg ausgelöst werden kann.

Man verschaffe scheinträchtigen Katzen als therapeutische Maßnahme möglichst viel Bewegung und Abwechslung. Auf das Absaugen der Milch ist zu verzichten. Um den Milchfluss nicht in Gang zu halten, macht man kalte Umschläge mit Essiglösung, Eudermatan-Einreibungen und beschränkt die Flüssigkeitszufuhr.
 


 

KASTRATION DER KATZE (OVARIOTOMIE, OVAREKTOMIE)

Möchte man keinen Katzennachwuchs, spricht man sich mit dem Tierarzt für den günstigsten Zeitpunkt eines Eingriffes ab. Die Operation erfolgt in Vollnarkose, sie ist irreversibel, hat aber keine Nebenwirkungen.


Der Eingriff:

Für die Operation wird ein fester Termin vereinbart. Die Katze erhält 12 Stunden vorher weder Futter noch Trinkwasser. Fast immer kann die Katze am selben Tag wieder abgeholt werden, nur gelegentlich bleiben sie über Nacht.

Zu Hause angekommen wird die Katze warm gehalten, bekommt leicht verdauliches Futter und sehr viel Zuwendung. 5-10 Tage später erfolgt die Nachkontrolle durch den behandelnden Tierarzt.


Bei der Kastration der Katze ist zu beachten:

Während der Rolligkeit kann nicht operiert werden, der erhöhte Hormonspiegel würde zu verstärkten Blutungen führen.

Der Eingriff kann nicht erfolgen, wenn die Katze mehr als 4 Wochen trächtig ist – fast alle Tierärzte lehnen eine Kastration während der Trächtigkeit ab, ausser bei angeborenen Beckenmissbildungen.
 


 

Die "Pille für die Katze":

Mit empfängnisverhütenden Präparaten lässt sich vorübergehend die Kastration umgehen. Die Rolligkeit wird entweder unterdrückt oder auch nur zeitlich verschoben.

Die Verabreichung geschieht in Form von Injektionen oder Pillen, die der Tierarzt verordnet. Abgesehen von der gelegentlichen Anwendung solcher Hormonpräparate ist die Kastration einer medikamentellen Empfängnisverhütung (abgesehen von Zuchtkatzen) vorzuziehen. Mit empfängnisverhütenden Mitteln hat die Katze die Möglichkeit, sich zwischen zwei Trächtigkeiten ausreichend zu erholen, auch kann man das Wurfdatum zeitlich besser planen.


Nachteile der Pille:

Sie darf nicht an zuckerkranke Katzen verabreicht werden; bei Langzeitanwendung besteht die Gefahr von Gebärmutterentzündungen und anderen unangenehmen Nebenwirkungen (träges lustloses Verhalten, Appetitzunahme, Gewichtszunahme).

 
                 



Follikelzyste am Eierstock einer Katze


Nachstehend die mir bekannten Präparate zur Rolligkeitsunterdrückung:
 

Megecat
Supprestral
Perlutex
Nadigest
Sedometril

Ich verwende Megecat bei meinen Katzen.

Diese Pille kann man hier bestellen:



 

DIE KASTRATION UND STERILISATION

Die Kastration ist nach allen bestehenden Statistiken der am häufigsten durchgeführte chirurgische Eingriff bei unseren mit uns in häuslicher Gemeinschaft lebenden vierbeinigen Freunden. Bei keiner anderen Operation wird von menschlicher Seite mehr mit eigenem Gefühl als mit Fakten argumentiert. In letzter Zeit wurden sogar Stimmen laut, die diese Operation als verstümmelnden Eingriff und als tierquälerisch bezeichnet haben. Ich halte dies doch für eine sehr, sehr einseitige Betrachtungsweise. An die psychischen Schmerzen einer eingesperrten läufigen Hündin, eines eingesperrten "verliebten" Rüden oder an die Probleme einer zur Dauerrolligkeit verdammten Katze haben diese Zeitgenossen, die meinen, die rein tierschützerische Lehre zu vertreten, nie gedacht. Auch das Problem der unerwünschten Nachkommen, die trotz aller Bemühungen der Tierbesitzer entstehen und die Tierheime fallen, lassen sie unberücksichtigt.

Eine sachliche Information tut hier Not, damit jeder Tierbesitzer unvoreingenommen zusammen mit seinem Tierarzt die für ihn und sein Tier richtige Entscheidung treffen kann. Deshalb werden im ersten Teil der Begriff "Kastration" und der Geschlechtszyklus von Hund und Katze erläutert, im zweiten Teil die Vor- und Nachteile des Eingriffes dargelegt.

Nach gängiger, aber irrtümlicher Meinung medizinischer Laien werden weibliche Tiere sterilisiert, männliche kastriert.

Richtig ist jedoch, dass es sich bei der Kastration bzw. Sterilisation um verschiedene chirurgische Eingriffe handelt.

Eine Kastration ist die Entfernung der Geschlechtsdrüsen, also der Eierstöcke beim weiblichen und der Hoden beim männlichen Tier. Durch den Eingriff wird außer den sexuellen Aktivitäten auch das hierdurch bedingte Verhalten beendet. Die Hündin wird nicht mehr läufig, die Katze nicht mehr rollig, Rüde und Kater können kein Sperma mehr produzieren und zeigen fast nie mehr Aufspringen.

Bei der Sterilisation erfolgt eine Unterbrechung der Samenleiter beim männlichen bzw. eine Unterbindung der Eileiter beim weiblichen Tier. Dadurch wird beim Männchen die Abgabe von Sperma zur Befruchtung unmöglich, beim Weibchen der Abstieg von Eizellen in die Gebärmutter verhindert. Die Tiere sind unfruchtbar. Der Geschlechtszyklus und die hiermit verbundenen Aktivitäten bleiben jedoch vollständig erhalten, denn sie werden durch Hormone aus den Geschlechtsdrüsen gesteuert. In der tierärztlichen Praxis wird deshalb fast ausschließlich eine Kastration durchgeführt.
 



 

Hier gibt es auch noch Infos zum Thema "Kastration":

Frühkastration (von "Cat Care")
Fortpflanzungsstörungen